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Turniertanzclub TTC-Carat Bln. e. V.


Chronik

         Vom Abstellschuppen zum Kleinod          

Es ist schon erstaunlich, was Frust und Ärger für positive Energien freisetzen können. Hätten sich nicht Turniertänzer und Vorstand wegen eines Trainers überworfen, wäre es auch nicht am
 27.Juni 1987 um 0.05 Uhr zu einer neuen Vereinsgründung „ zwei Meter unter Erdgleiche“ gekommen.

An die Räume in der Eythstr. 45 war zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu denken.
 Die ersten Trainingsstätten des TTC Carat waren die Turnhalle der Robert-Blum-Schule und das Tanzstudio Meisel.

Die Zusammenarbeit war wegen diverser Unstimmigkeiten nicht von langer Dauer. Das Bemühen der Mitglieder um eine eigene, solide Trainingsstätte war groß. Und so ist es nicht verwunderlich, dass bald der schon seit anderthalb Jahren leer stehende Lindenhof erspäht wurde. Die Kindl-Brauerei war zu der Zeit Mieter der Großgaststätte.

Die erste Besichtigung im Lindenhof war für alle Beteiligten ein Alptraum. Es sah aus wie im Spukschloß im Spessart. Der Saal schwach beleuchtet, Lampen und Fenster seit Jahren nicht mehr geputzt. In der Mitte verstaubte Tische, alte, klebrige Küchengerä­te, ungereinigte Kochtöpfe, nur Gerümpel und über allem eine dicke Staubschicht und Spinnweben im ganzen Saal, schön schaurig und gleichmäßig verteilt.

„ Oh nein, nicht das“ waren die einzigen Worte eines weiblichen Mitgliedes des Besichtigungsteams mit einem feuchten Schimmer in den Augen. Ein anderes Mitglied tröstete: „ Das werden wir schon schaffen.“

Der Lindenhof wurde außer vom TTC Carat auch noch von dem vorgeschalteten Lokal benutzt.

So war Aufräumen und Putzen meist die erste Mitgliederpflicht. Zu ihrem Leidwe­sen merkten die Mitglieder sehr bald, dass das Parkett zum Teil nur noch Papier­stärke besaß.

Ab und zu wurde der Saal auch noch vom Lokal benutzt. Der danach zurückgelassene Zustand der Parkettoberfläche war zum Tanzen nur selten geeignet. Dann hieß es montags Wasser-, Bier- und Colaflecken entfernen, abgelöste Parkettstäbe einsammeln, neue Hölzer schneiden, wieder einleimen und alles erneut wachsen.

Im Februar 1989 wurde der TTC Carat, nach allerlei Veränderungen im Restau­rant und Verhandlungen mit dem Vermieter, der GeWoSüd, Hauptmieter im Lindenhofsaal und damit „ Herr im Hause“.

Damit waren die Voraussetzungen für Investitio­nen erfüllt.

Das ging aber nicht immer alles von heut' auf morgen. Geld war in den neunziger Jahren wie heute auch knapp, zumal von den Beiträgen auch noch die monatliche Saalmiete abgezogen werden musste. Dennoch konnten diverse Einbauten vorgenommen werden. Am Anfang wurde die Bar gebaut, Küchen- und Kühlschränke installiert, ein Vorstandszimmer ( Schnatterzelle ge­nannt ) errichtet. Stühle, Leuchten, Lampen, Gläser, Geschirr und und dazugekauft, eine Bühnendekoration entworfen und genäht, die heute noch dem Saal ein anheimelndes Aussehen verleiht. Im Jahre 1993 erfolgte die wichtigste und finanziell größte Investition, ein neues Parkett, ohne das Tanz und besonders Turniertanz nur schwer möglich ist. Auch die Musikanlage, am Anfang noch auf einem Rollwagen, wurde im­mer wieder erneuert und ergänzt, den tänzerischen Be­dürfnissen für Training, Turniere und Veranstaltungen ange­passt und schließlich durch einen Festeinbau als Musikbar mit 2 Abspielanlagen und vier Lautsprechern eingerichtet.

Zur Zeit sind wir ein leicht expandierender Verein, der es geschafft hat, in diesen schwierigen Zeiten seine Mitgliederzahl nicht nur konstant zu halten, sondern noch zu erhöhen. Das liegt sicher auch daran, dass wir nicht nur ein reiner Tanzsportverein von Turniertänzern sind, sondern auch die Möglichkeit bieten, Tanzen als Hobby zu betreiben, innerhalb einer geselligen Gruppe, in der junge und ältere Tanzpaare vereint sind. Da leider nicht so viele alleinstehende Herren zum Tanzen finden gibt es im TTC Carat auch eine Single-Damen-Hobbytanzgruppe.

Die Angebotspalette ist aber noch breiter gefächert. Eine Gymnastikgruppe, eine Bauchtanzgruppe und Kindertanz, unterteilt in drei Altersgruppen, komplettieren unser Angebot. Nicht zuletzt soll auf unseren Vereinsabend am Freitag, 20:00 Uhr, hingewiesen werden, der von den Mitgliedern geschätzt wird. Hier kann geübt, sich unterhalten oder nur an der Bar gesessen werden, dies nie allein, weil sie auch ein Ort der Unterhaltung ist. Hier wird auch des öfteren eine Geburtstagslage mit einem „Quick-quick-slow“ zelebriert.

Kaum ein Tanzverein Berlins kann auf einen Vereinsabend verweisen, bei dem sich seine Mitglieder in zwangloser Weise begegnen können.

Bekannt in Tanzkreisen ist der TTC Carat auch durch seine geselligen Feste. Hier seien nur einige erwähnt: Fasching, Winzerfest, Tanz in den Mai, Weinproben mit geselligem Beisammensein und Weihnachtsfeiern. Soziales Engagement zeigt sich auch, wenn das Seniorenheim im Bereich der GeWoSüd seinen Bewohnern eine Weihnachtsfeier bietet. Hier stellen Vereinsmitglieder nicht nur die Bedienmannschaft unentgeltlich, sondern helfen ebenso bei der Gestaltung des Programms. Außer an den Tänzen der Kindergruppen konnten sich die Senioren auch am Showtanz der deutschen Standardmeister erfreuen.

UNSER HEUTIGES SCHMUCKES STUDIO, Der Lindenhof, besitzt eine herrlich neue Fensterfront, die viel Licht in den großen Ballsaal bringt.

 Die tänzerisch nutzbare Parkettfläche beträgt 16 x 8 m.

letzte Überarbeitung: 08.07.2008